Mit dem interdisziplinären Lehrformat Think.Make.Start. bringt die TU München mehr unternehmerische Praxis an die Uni.

Die Anspannung im Raum ist deutlich zu spüren – letzte Kabel werden angeschlossen, Kisten verschraubt, Logos auf Whiteboards gemalt. 50 Teilnehmende von Think.Make.Start. bereiten sich auf den finalen Demo Day und die Präsentation vor Publikum aus der Industrie, der Startup-Szene und der Universität vor.

14 Tage lang haben sie neue Produkte und Dienstleistungen entwickelt: einen Hitzesensor für Hunde; Küche, Wohnzimmer und Büro in einem einzigen Möbelstück; ein intelligentes Bett für den Pflegebereich; ein Fahrradrücklicht, das gleichzeitig Aufbewahrungsbox und Handyladegerät ist – alles Produkte, die bei Think.Make.Start. entstanden sind. In einer Hightech-Werkstatt haben sie mit Hilfe von 3D-Druckern, Lasercuttern, einem modernen Elektroniklabor und anderen Tech-Gadgets ihre Prototypen gebaut. Ob Maschinenbauer, Informatikerin, Elektrotechniker oder Industriedesignerin, bei dem Wettbewerb arbeiten sie in interdisziplinären Teams zusammen.

„Aus Ideen Prototypen machen“, diese Idee liegt dem Format zugrunde, das 2015 mit der Eröffnung des MakerSpace im Entrepreneurship Center von TU München und UnternehmerTUM in Garching entstand. Nach dem Vorbild der Hightech-Werkstätten Techshop aus dem Silicon Valley, bietet die Werkstatt einen Ort zum Tüfteln und Zugang zu modernen Maschinen, Werkzeugen und Software. Auf 1.500 Quadratmetern haben Gründende und Start-ups die Gelegenheit, ihre Ideen mit Prototypen umzusetzen. Dabei lernen sie spielerisch alle notwendigen Schritte bei der Entwicklung eines marktfähigen Produktes: Ideengenerierung, Identifikation von Kundenproblemen, Prototypenbau, Befragung und Beobachtung, Expertengespräche. Im direkten Austausch mit potenziellen Kunden, Anwendern und Experten aus der Industrie können so Produkte schnell getestet und weiterentwickelt werden.

Geplant als interdisziplinäres Lehrformat, das mehr Praxis in die Lehre und Studierende in den MakerSpace bringen sollte, entwickelte sich das Format zur Startrampe für erfolgreiche Gründungen und Start-ups: KEWAZO, ParkHere, SOLOS, HEAVN und viele mehr entstanden bei Think.Make.Start.